Ganz in der Tradition der Konzerte von Lehrenden der tonart Musikschule musizierten am Freitag, 21. Juni 2024 im Salomon-Sulzer-Saal in Hohenems die Flötistin Natalia Téllez Ramirez und der Gitarrist Ahsen Mehovic gemeinsam. Auch wenn zeitgleich drei „österreichische“ Bälle im polnischen Tor landeten und es draußen in Strömen goss, konnten die ZuhörerInnen ein wunderbares Programm zweier toller MusikerInnen genießen.

Besonders aufgefallen ist der wandlungsreiche und gleichzeitig immer wunderbare Flötenklang. Die warme Tiefe ihres Instruments und gleichzeitig die Brillanz der Höhe, ohne scharf zu werden, zeichnen die aus Kolumbien stammende Flötenpädagogin aus.
Ahsen Mehovic, der seine perfekte Gitarrentechnik schon öfters in diesem Saal zeigte, ließ seine Finger wieder mit Leichtigkeit über die Saiten flitzen. Auch bei den herausforderndsten Stellen, die anderen Schweißperlen auf die Stirn treiben würden, blieb er hochkonzentriert und scheinbar immer entspannt.
Der Komponist Carlo Domeniconi, selbst auch Gitarrist, widmete sich mit der Sonatina Mexikana der volkstümlichen Musik Mexikos. Zwischen spritziger südamerikanischer Lebensfreude und der ruhigen Melodie des langsamen Satzes konnten sich Natalia und Ahsen wunderbar entfalten und gleich zu Beginn die Bandbreite ihres Könnens zeigen.
Dank der begeisternden Moderation der beiden MusikerInnen erfuhr das Publikum auch, dass beide die sechs Rumänischen Volkstänze, welche Béla Bartók für diese Besetzung arrangiert hat, überaus schätzen. Hier wechselte Natalia auch zur Piccolo-Flöte, um verschiedene Klänge noch besser zur Geltung zu bringen.

Enrique Granados „Danza Españolas“ sind als Ohrwürmer auch einem breiteren Publikum bekannt. Der fünfte der zwölf Tänze mit dem Titel „Andaluza“ wurde an diesem Abend für die beiden Instrumente arrangiert. Die Flöte übernahm den Part der ruhigeren Melodie, die Gitarre lieferte den darunter liegenden Rhythmus, der das Stück so reizvoll macht.
Jedes Flöte-Gitarre-Duo spielt im Laufe der Zusammenarbeit das Werk „Histoire du Tango“ von Astor Piazzolla. Die vier Sätze beschreiben – wie der Titel schon sagt – die Geschichte des Tangos in Argentinien. Im ersten Satz stiegt das Duo sehr schnell und fast schon atemlos in die Anfänge des Tangos ein, in Café 1930 nutzten sie dann die Tempo-Freiheiten mit vielen Rubati wunderbar aus. Auch im Nightclub 1960 trafen sie die Stimmung des Stückes und bei „Concert aujourd’hui“ warnte das Duo das Publikum vor, dass es auch teilweise auch ungewohnt klingen wird.
Vom Anfang bis zum Ende zeigten Natalia und Ahsen, dass sie sowohl die langsamen wie auch die schnellen Passagen aller Stücke auskosten können und das Musizieren auch selbst genießen – wie auch das Publikum mit der Musik getan hat.
Beiden KünstlerInnen kann man nur sagen: Gratulation und danke für einen schönen Konzertabend!_MN

Sonntag, 29. Nov. 2026
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